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Walliser Krebsregister

Beschaffenheit und Tätigkeit des Krebsregisters

Die Hauptaufgabe des Walliser Krebsregisters (WKR) ist es, epidemiologische Charakteristiken der Krebserkrankungen der Walliser Bevölkerung zu beschreiben, insbesondere deren Aufteilung nach Körperorganen, in Abhängigkeit von Geschlecht und Altersklasse. Es handelt sich dabei um eine ständige Datenerhebung, um die gesamten Krebsfälle erfassen zu können.

Eine der wichtigsten Aufgaben ist es, die Anzahl der jährlich diagnostizierten Tumorneuerkrankungen (Inzidenz) und der krebsbedingten Todesursachen (Mortalität) zu erfassen. Diese Daten werden hauptsächlich bei den behandelnden Ärzten, den Anatomo-Pathologischen Abteilungen, den Spitaldiensten, den anderen Krebsregistern wie auch anhand der Angaben der Todesscheine gesammelt. Die Todesscheine werden vom Bundesamt für Statistik (BFS) für die gesamte Schweizer Bevölkerung gesammelt. Gegenwärtig bestehen in der Schweiz 9 Krebsregister, darunter auch das Walliser Krebsregister (WKR); diese decken etwas über die Hälfte der nationalen Bevölkerung ab.

Die Gesamtheit dieser Beobachtungen helfen dazu bei, die Qualität und die Wirksamkeit des Gesundheitssystems, welches der Bevölkerung angeboten wird, bewerten zu können, und Präventionsmassnahmen, wie zum Beispiel das Programm zur Früherkennung von Brustkrebs, vorschlagen zu können.

Neue Ergebnisse

Die letzte Publikation des WKR " Der Krebs im Wallis 1989-2000 " beinhaltet die vollständigen Resultate der Inzidenz und Mortalität der verschiedenen Krebsarten, die in dieser Zeitspanne bei der Walliser Bevölkerung erfasst wurden. Diese Publikation vervollständigt die zwei vorherigen Berichte des WKR " Der Krebs im Wallis 1989-1993 " und " Der Krebs im Wallis 1994-1998 ". Diese zwei Berichte zeigten Informationen zu Inzidenz und Mortalität pro Krebsart in den beiden 5-Jahres-Perioden. In dieser neusten Publikation, erstellt in enger Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Vereinigung der Krebsregister, wurden zwei zusätzliche Jahre analysiert : 1999 und 2000. Dieser Bericht zeigt daher ein Abbild der Entwicklung der Krebserkrankungen seit der Gründung des Krebsregisters im Jahre 1989, also seit zwölf Jahren.

Diese Studie über den Krebs im Wallis hebt hervor, dass die Inzidenz der häufigsten hormonabhängigen Krebsarten ständig angestiegen ist: die Brust bei der Frau und die Prostata beim Mann. Die Mortalität in Bezug auf diese Krebsfälle stieg jedoch nicht an. Deshalb kann man annehmen, dass für den Brustkrebs das Programm zur Früherkennung von Brustkrebs wie auch bessere therapeutische Massnahmen es ermöglichten, dass die Sterblichkeit in Bezug auf diesen Tumor signifikant gesunken ist.

Eine beunruhigende Tatsache ist es, dass die Inzidenz und die Sterblichkeit der Lungentumore bei den Frauen weiter stark angestiegen ist. Dieses Resultat unterstreicht die Notwendigkeit, die Tabak-Präventionsprogramme zu verstärken, vor allem bei Frauen und Jugendlichen.

Eine weitere Publikation " Geographische Verteilung der Krebsfälle im Wallis 1989-2000 " steht auch zur Verfügung. Diese Daten sind gegliedert nach Lokalisation mit zwei geographischen Aggregationsniveaus: Region und Bezirke.

Krebserkrankungen (alle Lokalisationen) kamen häufiger im Unterwallis vor. Wir haben festgestellt, dass nur der Magenkrebs häufiger im Oberwallis vorkam. Allerdings ist dieser Krebs seit einigen Jahrzehnten in der Schweiz wie auch in ganz Europa am abnehmen. Im Zentralwallis traten zwei Krebsarten am häufigsten auf: Brust und Prostatakrebs, vielleicht aber auch, weil diese zwei Tumoren hier intensiver untersucht wurden. Im Unterwallis waren drei Krebsarten über dem kantonalen Durchschnitt, namentlich Lunge, Mund und Rachen bei den Männern, Dickdarm und Rektum bei den Frauen.

Für weitere Auskünfte über den Krebs in der Schweiz empfehlen wir Ihnen, die Informationsseiten der Vereinigung der Schweizer Krebsregister (VSKR) zu konsultieren http://www.asrt.ch. Hier finden sie aktuelle Statistiken, welche sich auf alle 9 Schweizer Register beziehen. Links zu anderen Registern oder Institutionen, welche aktiv im Bereich der Krebsepidemiologie sind, werden da auch angeboten.

Vertraulichkeit

Das Bundesamt der Expertenkommission Berufsgeheimnis medizinischer Forschung (BAG) hat allen Schweizer Ärzten gemäss Art. 3212 des Strafgesetzbuches (StGB) eine Generalbewilligung erteilt. Diese erlaubt nach Entscheid vom 16. August 1995 den Ärzten, den Spitälern, den Institutionen und den medizinischen Labors vertrauliche medizinische und notwendige Daten an den verantwortlichen Arzt des WKR weiterzugeben; mit Rücksicht auf das Patientenrecht, die Weitergabe von Elementen seines eigenen Dossiers verweigern zu können, nachdem er richtig informiert wurde (durch ein Dokument, ein Plakat, oder einer anderen Unterlage, die der behandelnde Arzt für seine Information für nötig hält).

Die vom WKR gesammelten Daten werden streng vertraulich behandelt, und jede Publikation wird in anonymer Form herausgegeben.

Entscheidung der Expertenkommission Berufsgeheimnis medizinische Forschung unter dem Schutz des Bundesamtes für Gesundheit (1'124 Ko, auf Französisch).

Danksagung

Diese Publikation konnte nur Dank der Zusammenarbeit der Walliser Ärzte mit dem WKR erfolgen. Ohne die Unterstützung der Ärzteschaft wäre es unmöglich, die notwendigen Daten für so einer Forschung zusammenzutragen. Wir bedanken uns herzlich für die gute Zusammenarbeit, auch bei allen anderen Partnern, die mit dem WKR zusammenarbeiten.

Letzte Aktualisierung : 08.08.2008
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